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Zahnmedizin

Endlich! Approbationsordnung der Zahnärzte wird modernisiert

Der Bundesrat hat einer Reform der zahnärztlichen Ausbildung zugestimmt. Die Bundesregierung hatte einen Entwurf dazu 2017 auf den Weg gebracht, im Bundesrat kam es jedoch bislang nicht zu einer Abstimmung, da keine geeinte Länderposition hergestellt werden konnte.

Mit dem jetzigen Vorschlag ist dies gelungen. Auch das Bundesgesundheitsministerium war in die Vorabstimmungen eingebunden. Die Ausbildung der Studierenden in der Zahnmedizin erfolgt derzeit auf der Grundlage der aus dem Jahr 1955 stammenden und seitdem weitgehend unveränderten Approbationsordnung für Zahnärzte (ZApprO).

Mit der Neustrukturierung des Studiums sollen u.a. folgende Ziele umgesetzt werden:

  • Bessere Abbildung von Allgemeinerkrankungen im Zahnmedizinstudium

  • Fächerübergreifende Ausbildung

  • Verbesserung der Betreuungsrelation Lehrende / Studierende von 1:20 auf 1:15 und im Unterricht am Patienten von bisher 1:6 auf 1:3.

  • Stärkung des Strahlenschutzes in der zahnärztlichen Ausbildung

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  • Stärkung der wissenschaftlichen Kompetenz

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) begrüßt die Entscheidung des Bundesrats. "Die Verabschiedung der neuen Studienordnung ist dringend und längst überfällig. Dass die Aktualisierung der ZApprO nach 64 Jahren nun zeitnah erfolgen soll, ist eine sehr gute Nachricht für die Zahnmedizin. Die Rahmenbedingungen für die Hochschulen entsprechen damit den aktuellen wissenschaftlichen Anforderungen", so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. Zugleich ist mit der Novelle die Gleichwertigkeitsprüfung für ausländische Zahnärzte geklärt worden. Denn die zahnärztliche Approbationsordnung regelt nicht nur die Studienbedingungen der Studierenden, sondern soll in ihrer Neufassung ebenso Verfahrensregeln für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse definieren. Dies ist in der alten Version nicht enthalten.

Als "einzigen Wermutstropfen" sieht die BZÄK, dass der verabschiedete Kompromiss besagt, dass die Vorklinik von der Novelle ausgenommen ist. Die BZÄK und mit ihr die 17 (Landes-)zahnärztekammern dringen nun darauf, dass die notwendigen Reformen des ersten Studienabschnitts in den Entwurf für den Masterplan Medizinstudium 2020 aufgenommen werden.