Foto: alphaspirit - Fotolia.com

Apotheken

Nach BGH-Urteil: Versandapotheken fordern neue Höchstpreisverordnung

Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) kritisiert, dass nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes nur noch Versandapotheken aus dem EU-Ausland Zugaben und Boni bieten dürfen.

Den inländischen Apotheken hat der BGH dies mit seinem Urteil untersagt. Der BGH will auf diese Weise den Wettbewerb zwischen den Apotheken verhindern. „Mit seinem Urteil zementiert der BGH die sogenannte Inländerdiskriminierung. Unternehmen im EU-Ausland ist erlaubt, was deutschen Apotheken verboten ist: Sie dürfen Kunden mit kleinen Zugaben und Boni binden. Wir hier nicht“, kritisiert Christan Buse, Apotheker und Vorsitzender des BVDVA.

Die Politik müsse endlich wettbewerbliche Elemente zulassen, so der Verband. „Hier wird eine rückwärtsgewandte Politik betrieben, denn wettbewerbliche Elemente sind der Versorgungsqualität zuträglich. Auch die Digitalisierung würde hierdurch angetrieben werden. Die Politik sollte nicht noch länger zögern und einen regulierten Wettbewerb endlich zulassen. Wir agieren in einem Wirtschaftsraum mit EU-Apotheken, rein nationales Denken blockiert die europäische Idee“, führt Buse weiter aus.

Eine Alternative zur Festpreissystematik?

Der BVDA setzt sich für eine Höchstpreisverordnung, die wettbewerbliche Spielräume bietet und sich an einen Gesetzesantrag aus dem Jahr 2006 anlehnt (Bundestagsdrucksache 16/3100), ein. Die Arzneimittelpreise sollen nach oben hin gedeckelt sein und nach unten in einem Korridor verlaufen: Dann wären Lutschbonbons weiter erlaubt, doch die Zugaben dürfen nicht ins Unvertretbare steigen. Gleichzeitig würden Verbraucher vor überzogenen Preisen geschützt, meint der Verband.

Mehr Wissen - bessere Entscheidungen!

Wir bieten Ihnen noch mehr! Werden Sie Insider und nutzen Sie unser Netzwerk zu Ihrem Vorteil. Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung im Gesundheitssektor durch aktuelle Informationen, ausführliche Analysen und treffen Sie künftig fundiertere Entscheidungen!
Jetzt Abo abschließen >

Keine Geschenke: ABDA begrüßt Karlsruher Urteil zur Arzneimittelpreisverordnung

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat heute entschieden, „dass es wettbewerbsrechtlich unzulässig ist, wenn Apotheken ihren Kunden beim Erwerb von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln geringwertige Werbegaben wie einen Brötchen-Gutschein oder einen Ein-Euro-Gutschein gewähren“.
Artikel lesen >