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Gesundheitsrecht

NGO-Bericht: 2018 starben mindestens 167 Gesundheitsmitarbeiter in Krisengebieten

Mindestens 973 Mal wurden 2018 medizinisches Personal und Gesundheitseinrichtungen in Krisengebieten angegriffen. Das ist das Resultat einer internationalen Studie des NGO-Zusammenschlusses Safeguarding Health in Conflict Coalition. Mindestens 167 Gesundheitsmitarbeiter wurden dabei getötet und mindestens 710 verletzt.

"Angriffe auf medizinische Einrichtungen und Personal verstoßen gegen internationales Recht und haben weitreichende Folgen. Kommt eine medizinische Fachkraft ums Leben oder wird vertrieben, kann das den Tod von hunderten oder gar tausenden Patienten bedeuten. Trotzdem töten staatliche und nicht-staatliche Akteure ungestraft weiter. Das muss endlich aufhören!", sagt François De Keersmaeker, Direktor von Ärzte der Welt Deutschland.

Das gefährlichste Land für medizinische Fachkräfte ist laut dem Bericht Syrien, mit 257 Angriffen und 88 Toten. In Afghanistan kamen bei 98 Angriffen 19 Menschen ums Leben. Drei palästinensische Santitäter wurden bei den Massenprotesten in Gaza erschossen und 564 Ersthelfer verletzt. In der Demokratischen Republik Kongo führte Gewalt in und um Gesundheitseinrichtungen zu erheblichen Verzögerungen von Behandlungen und stellten ein großes Hindernis bei der Ebola-Bekämpfung dar.

Zahl der Angriffe steigt stark

Der Bericht zeichnet ein trauriges Bild der Bandbreite der Aggressionen gegen das Gesundheitswesen. Dazu gehören Luftangriffe, Beschuss mit Granaten oder Gewehren, Bombenanschläge sowie Entführungen und Vergewaltigung von medizinischen Helfern. Die Zahl der gemeldeten Angriffe ist deutlich höher als im Vorjahresbericht, in dem 701 Fälle dokumentiert sind. Gewalt gegen Gesundheitsmitarbeiter in Krisengebieten greift offenbar weiter ungestraft um sich. Und das, obwohl der UN-Sicherheitsrat mit der bereits vor drei Jahren verabschiedeten Resolution 2286 Konfliktparteien und andere Akteure erneut dazu angehalten hatte, das Völkerrecht zu achten und die Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen zu unterbinden sowie Schuldige zur Verantwortung zu ziehen.

Die Safeguarding Health in Conflict Coalition ist ein Zusammenschluss internationaler Nichtregierungsorganisationen, der sich dem Schutz von medizinischem Personal, Dienstleistungen und Infrastruktur verschrieben hat. Sie dokumentiert Angriffe und setzt sich dafür ein, in Politik und Öffentlichkeit ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen sowie Täter zur Verantwortung zu ziehen.