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Qualitätsindikatoren: AOK und aQua-Institut aktualisieren QISA

Der AOK-Bundesverband und das Göttinger aQua-Institut haben ihr Qualitätsindikatorensystem für die ambulante Versorgung (QISA) umfassend aktualisiert. Bis Anfang 2020 sollen alle 13 QISA-Bände auf den neuesten Stand gebracht werden.

Im ersten Schritt sind die vier QISA-Bände zu Asthma bronchiale und COPD, Diabetes mellitus Typ 2, Koronarer Herzkrankheit sowie zur Pharmakotherapie auf den aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft gebracht worden. "Auch die Praxiserfahrungen zahlreicher Ärztinnen und Ärzte, die QISA bereits zur Messung und Verbesserung der Qualität ihrer Arbeit nutzen, sind dabei berücksichtigt worden", sagt Gerhard Schillinger, Leiter des Stabs Medizin im AOK-Bundesverband.

Für die Aktualisierung der rund 130 QISA-Indikatoren haben die Autoren nationale und internationale Leitlinien geprüft und die Indikatoren - wo notwendig - modifiziert oder neu formuliert. So wurde beispielsweise das Intervall für die augenärztliche Kontrolluntersuchung bei Diabetikern angepasst. Der Band zur Pharmakotherapie ist unter anderem um einen neuen Indikator zur rationalen Verschreibung von Antibiotika ergänzt worden. In einem externen Review-Verfahren wurden die Änderungen unter anderem von Experten der Universitäten Heidelberg, Marburg und Freiburg überprüft. "Es zeigt sich, dass unser Indikatorensystem insgesamt erfreulich stabil ist. Die meisten Indikatoren können beibehalten werden", sagt Professor Joachim Szecsenyi, Geschäftsführer des aQua-Instituts und ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg. "Nachschärfungen im Detail sind etwa hinsichtlich Intervallen oder Altersgrenzen für diagnostische oder präventive Maßnahmen notwendig." Die Aktualisierung aller 13 QISA-Bände soll Anfang 2020 abgeschlossen sein.

Beispiel: Einsatz in QuATRo

Die Qualitätsindikatoren werden unter anderem im bundesweiten AOK-Projekt "Qualität in Arztnetzen - Transparenz mit Routinedaten" (QuATRo) verwendet, um die Versorgungsqualität der beteiligten Netze zu messen und zu vergleichen. Aktuell beteiligen sich insgesamt 33 Arztnetze in acht Bundesländern am QuATRo-Projekt, das seit dem Start 2013 ständig gewachsen ist. Sie erhalten Feedback zu den Ergebnissen des Arztnetzes und der einzelnen Praxen, die sie für ihre Qualitätsarbeit nutzen können. Die QISA-Indikatoren sollen außerdem in der Versorgungsforschung oder zur Evaluation von Versorgungsmodellen genutzt werden.