Who is Who

Zeulner: Krankenschwester vom Lande

Emmi Zeulner hat schon am Stammtisch in der Gastwirtschaft der Familie kräftig mitdiskutiert. Damals ging es vor allem um Arbeitslosigkeit, heute ist ihr großes Thema Gesundheitspolitik.

Im Abgeordnetenbüro von Emmi Zeulner herrscht eine geradezu freundschaftliche Atmosphäre, die der CSU-Politikerin auch an den stressigsten Sitzungstagen im Bundestag wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Und wenn der Stresspegel mal ganz hoch ist, gibt es einfach Schokobons. Doch so schnell, versichern ihre Mitarbeiterinnen, bringt sie nichts aus der Fassung. Aufgewachsen als viertes von fünf Kindern in einer Gastwirtschaft in Oberfranken hat Zeulner schnell gelernt sich durchzusetzen. „Da kamen immer die verschiedensten Menschen zusammen“, erzählt sie. Ein gutes Pflaster also, um Politik zu lernen. Der jetzige Landrat war es dann, der ihr den Steigbügel in die Politik gehalten hat. Er hat die junge Frau, die schon in der katholischen Mädchenschule aus der Masse herausstach, ermuntert, mit 17 Jahren in die Junge Union einzutreten. Die Wahl der Partei war für sie klar: „In der CSU wird das Vernünftige gemacht. Das gefiel mir.“ Ihre erste politische Amtshandlung fiel allerdings noch in die Zeit als Schulsprecherin. Damals sollte der Kunstunterricht abgeschafft werden - Zeulner sammelte Argumente dafür, weshalb Kunst bleiben muss. „Ich hatte schon immer Freude daran, für andere Menschen da zu sein“, erzählt die examinierte Krankenschwester. 2008 wurde sie dann Stadt- und Kreisrätin. Bis heute ist es ihr wichtig, möglichst viel Zeit in ihrem Wahlkreis zu verbringen. „Ich möchte für die Menschen vor Ort da sein und ansprechbar bleiben“, sagt sie. Die Zeit in Berlin ist hingegen von offiziellen Terminen geprägt, nur zum Schlafen geht es in ihre Wohnung in Mitte. Dass Politik auch bedeutet, das Privatleben hintenanzustellen, spürt Zeulner jeden Tag am eigenen Leib. Während der Sitzungswochen in Berlin ist sie dankbar für die Unterstützung ihrer Familie, die bei der Betreuung ihrer zweijährigen Tochter hilft. Vor allem ihre große Schwester, die den Gasthof der Familie übernommen und daraus einen Biobauernhof gemacht hat, hält ihr in dieser Zeit den Rücken frei. Umso größer ist dann die Vorfreude, wenn es wieder in die Heimat geht - und zwar oft mit dem VW Golf Diesel - „aus Überzeugung, weil es ein klassenloses Auto ist“, wie sie sagt. Im Radio läuft meistens Deutschlandfunk oder aber sie schaltet Musik ein. The Police, U2 und Cat Stevens stehen bei ihr genauso wie elektronische Musik oben auf der Playlist. Und die wenige Freizeit, die dann bleibt, verbringt sie am liebsten mit der Tochter in der Natur. Im Wald natürlich.

Dana Bethkenhagen

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